Philosophische Führung

Lebensrealität(en) in August Sanders Werk

Sonntag, 22.11.2026, 17:00 Uhr

August Sander: Ruhepause, im Hintergrund Herdorf, um 1930 © Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn – August Sander Archiv; VG Bild-Kunst, Bonn 2026

In seinem Buch Montagen des Realen. Die Fotografie als Reflexionsmedium und Kulturtechnik, beschreibt der Literaturwissenschaftler und Photohistoriker Bernd Stiegler die Photographie als eine „Performative des Realen“. Über Photographien versichere sich der Mensch medial der Wirklichkeiten, in denen er lebe, es handle sich um soziale Performative, mittels derer sich Gesellschaften ihres Bildes der Realität versichern. Stiegler siedelt somit das realitätskonstituierende Moment der Photographie auf der Ebene der Kultur an und beschreibt deren Gebrauchs- und Rezeptionsweisen als eine Kulturtechnik. Darüber hinaus lässt sich das Medium aber ebenso auf einer individuellen Ebene als „Identitätsausweis“ des einzelnen betrachten.

August Sander schafft es diese beiden Ebnen in seinem Werk auf eindrucksvolle Weise zu verflechten, indem er das Zusammenspiel von Landschaft, Architektur und Mensch im 20. Jahrhundert untersucht. Wie unterschiedlich und vielfältig die Motive sein können, in denen sich der detaillierte Blick des Photographen auf diese Zusammenhänge äußert, vollziehen wir gemeinsam in dieser Philosophischen Führung nach.

mit Luzie Ronkholz, Kunsthistorikerin

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